Immer gut drauf!?

Immer gut drauf!? In vielen Medien wird heute ein Menschenbild vermittelt, das in uns Druck aufbaut. Ein Bild, in dem Menschen immer super-fit, super- schön, super-sportlich und immer gut drauf sind. Dieses Bild streben viele an, was allerdings nicht funktionieren kann, weil wir so einfach nicht sind. Normalerweise wechselt unsere Stimmung häufig und das ist vollkommen in Ordnung. Dann gibt es in fast jedem Leben auch besondere Zeiten, Zeiten, in denen etwas schief läuft, Zeiten, die uns herausfordern, Zeiten in denen wir traurig sind und so weiter. Spätestens dann fühlen sich Menschen oft falsch, unzulänglich oder nicht mehr dazugehörig, weil anscheinend alle anderen es schaffen, dieses Superleben zu führen. In den Medien gibt es oft nur eine Hochglanz-Welt mit Hochglanz-Menschen. Alle reisen ständig um die Welt, sind wunderschön und natürlich superglücklich.

Aber das ist nicht menschlich. Wir Menschen sind komplexe Wesen mit vielen Facetten und einem großen Gefühlsspektrum. Und dazu gehören auch sogenannte „negative Gefühle, die wir nicht wollen und sie dann kurzerhand verdrängen. Und Gefühle sind keine Fehler der Schöpfung. Sie gehören zu uns, um uns zu führen und zu leiten, um uns zu zeigen wo unsere Grenzen sind, um uns zu schützen (zum Beispiel die Angst oder die Wut sind Gefühle, die uns beschützen wollen) und vieles mehr.

Allerdings müssen wir unsere Gefühle kennen lernen und in Kontakt mit ihnen sein, um gut mit ihnen umgehen zu können. Das erfordert eine große Portion Achtsamkeit und Bewusstheit.

Der erste Schritt besteht darin, in Kontakt zu kommen, mit der eigenen Gefühlswelt und das ist gar nicht so einfach. Zu oft und zu lange schon, verdrängen wir ganz schnell alles, was da kommt, an Wut, Schmerz, Trauer, Neid, Schmerz und so weiter. Das Verdrängen geht so schnell, dass wir uns dessen in der Regel nicht einmal bewusst sind. Übung macht auch hier den Meister. Seit frühester Kindheit haben wir gelernt alles wegzudrücken, was nicht gewünscht war. Aber gerade das, was uns nicht bewusst ist, hat aus dem Verborgenen, großen Einfluss auf unser Leben, unser Verhalten und unseren Körper.

Um sich selber auf die Schliche zu kommen, braucht es immer wieder Hinwendung zur eigenen inneren Verfassung. Eine Möglichkeit ist Meditation, um sich langsam, Schritt für Schritt, der inneren Welt zuzuwenden, sie kennenzulernen. Eine weitere Möglichkeit ist Achtsamkeit in sein Leben zu bringen. Oder beides. Und das ist nichts, was man einmal macht und dann ist alles gut. Nein – das ist eine Art in der Welt zu sein, das ist ein Lebensweg. Es ist der Weg hin zu sich selbst, zur eigenen inneren Wahrheit.

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